Verfasst von: Stefan Schneider | 22. Juni 2009

Ich geb‘ trotzdem!

Ich hab’ den BettlerInnen in der Grazer Innenstadt bisher ab und zu etwas gegeben – in Zukunft werde ich das öfter machen.

ARTIKEL

Bürgermeister Nagls Politik ist unmenschlich und wenig professionell: Er will die BettlerInnen weghaben, dass es ihnen dann noch schlechter geht ist ihm egal. Probleme wird er so nicht lösen, bestenfalls verdrängen.

Stattdessen werden diese arme Menschen in unserer Stadt  als „Mafia“ bezeichnet. Eine Beleidigung für die BettlerInnen und eine Beleidigung für die Menschen, die wirklich unter mafiösen Organisationen leiden. Wenn sich Leute gemeinsam die Fahrt organisieren, kann das kein krimineller Tatbestand sein. Ich schau mir an, wie die wirren Ideen einiger Politiker vor den Höchstgerichten ausschauen werden, wieder einmal…

Wir wünschen uns freilich auch, dass die Lebenssituation der Menschen in Ost- und Südosteuropa besser werden, dass Menschen dort ihre Chancen haben und besonders Roma nicht diskriminiert, bedroht oder gar ermordet werden. Da sind auch die Regierungen der Herkunftsländer der BettlerInnen (also auch Österreich!) gefordert. Allerdings könnte die EU ja anpacken und ein großes Sozialprojekt (Vorbild: Beschäftigungsstrategie) angehen!

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Responses

  1. Das Problem der Bettelei in Graz ist eine Causa die sich nur auf mehreren Ebenen lösen lassen wird. Setzt man ihr mit Hilfe eines Verbots einen Riegel vor, schiebt man diese Menschen in die Illegalität und zerstört ihnen damit ihr ohnehin bröckelndes Fundament ihres mehr oder weniger geregelten Lebensablaufs. Sie würden weiterbetteln und somit zu Zielscheiben von Freizeitsheriffs werden, welche bei der Polizeiprüfung an der Datums-frage gescheitert sind.

    Die Stadt Graz ist gefordert eine mittelfristig humane Lösung zu finden und nebenbei vor allem Druck auf die slowakische Stadt bzw. Region zu machen, aus der diese Menschen ursprünglich stammen. Denn nur wenn ihnen soziale Aufstiegschancen (durch Bildung, Arbeit etc.) ermöglicht werden, wird sich dieses menschenunwürdige und tragische Schauspiel auch nachhaltig beenden lassen.

    Das Bürgermeister Nagl hier wiedermal den starken Mann spielen will, zeigt wie wenig Ahnung er von der Problematik hat.

    „Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.“ (Immanuel Kant – Kritik der reinen Vernunft)


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