Verfasst von: Stefan Schneider | 7. September 2010

Wir Grüne und das Wörtchen „FÜHRUNG“

Überlegungen zur Situation der Grünen & der Politik 2

Interessante Konfrontation im Standard vom letzten Freitag zwischen Eva Glawischnig und Wolfgang Rosam, einem PR-Profi.

siehe: http://derstandard.at/1282978899042/Das-Floriani-Prinzip-nutzt-Ihnen-aber-nichts

Ein wichtiges Konzept, dass Herr Rosam dabei oft verwendet ist „Leadership“. Er vermisst das bei den Grünen. Doch ganz leicht tun wir Grüne uns mit Leadership eben nicht – zu unrecht.

Die Grünen wurden auch als Reaktion auf alte, autoritäre und verkrustete Strukturen gegründet. „Denen da oben“ standen die Grünen von Anfang an zu Recht kritisch gegenüber. Die ersten Erfolge waren dann auch, den klassischen Autoritäten ihre Unfähigkeit und den Schaden den unhinterfragte Autoritäten sie anrichteten vor Augen zu führen. Da die Grünen auch gegen die Überbleibsel des Nationalsozialismus – der ja einen ausgesprochenen Führerkult hatte – kämpften, stand man schon dem Wort „Führung“ sehr ablehnend gegenüber.

Das galt auch für Hierarchien, ohne dass dieses Konzept genau definiert worden wäre, lange wurde und wird auch über all diese Konzepte (Hierarchien, Führung, Machtverteilung…) bei den Grünen wenig reflektiert.

Führung hat aber nicht nur mit Hierarchie zu tun. In einer arbeitsteiligen Organisation ist Führung eben eine Aufgabe „neben anderen“ die erfüllt werden muss um koordiniert arbeiten zu können. Führung muss nicht nur von einer bzw. immer der gleichen Person ausgeübt werden, fehlt sie aber entstehen Unklarheiten und Ablaufprobleme. Führung ist daher eine wichtige Leistung, die für eine Gruppe und Organisation erbracht wird und darf nicht mit Herrschaft oder absoluter Befehlsgewalt verwechselt werden.

Führung heißt Ziele zu definieren und diese präsent halten, einen Überblick über das was passiert zu haben, sich darum kümmern, dass Teams, Organisationen oder Gruppen gut arbeiten können. Wenn Spitzenpersonen nicht führen, machen sie ihren Job nicht gut.

Nach innen und außen ist es wichtig klarzustellen, wo die Führungskompetenzen liegen und wie sie legitimiert sind. Alles andere führt zu Unklarheiten, mühsamen Abläufen und mangelndem Vertrauen. Dieses mangelnde Vertrauen etwa von WählerInnen in die Führungsstruktur einer Partei kann dazu führen, dass zB das Programm der Partei als unterstützenswert angesehen, aber an der Umsetzungsfähigkeit der Partei gezweifelt wird.

Wir Grüne müssen uns darum kümmern gestärkte und gut legitimierte Führungspersonen auf allen Ebenen einzusetzen, nur dann werden wir von den WählerInnen mit Macht ausgestattet zu werden.

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